Micro- oder Standard-Futures in Prop-Firm-Challenges
Ob Sie eine Futures-Challenge mit Micro-Kontrakten oder mit E-minis handeln, entscheidet nicht über Ihre Gewinnchance, wohl aber darüber, ob Ihr Stop überhaupt in die Verlustgrenze passt, wie fein Sie die Position abstufen können und was Sie an Gebühren zahlen. Dieser Leitfaden rechnet das mit den Regeln von Topstep und FundedNext Futures durch, die am 17. Oktober 2026 auf den offiziellen Hilfeseiten geprüft wurden. Alle Rechenbeispiele sind fiktiv.
Kontraktgrößen: Micro und E-mini im Vergleich
Mit Standard-Futures sind in Prop-Programmen meist die E-minis gemeint, etwa ES auf den S&P 500 oder NQ auf den Nasdaq-100. Der Micro-Kontrakt ist jeweils ein Zehntel davon. Die Tickwerte laut Tabelle im FundedNext-Hilfecenter:
| Kontrakt | Tick | Wert je Tick | Wert je Punkt |
|---|---|---|---|
| ES / MES | 0,25 Punkte | 12,50 / 1,25 USD | 50 / 5 USD |
| NQ / MNQ | 0,25 Punkte | 5,00 / 0,50 USD | 20 / 2 USD |
| YM / MYM | 1 Punkt | 5,00 / 0,50 USD | 5 / 0,50 USD |
Der Wert je Punkt ergibt sich bei ES und NQ aus vier Ticks pro Punkt. Der Basiswert ist derselbe: Ein MES bewegt sich im Index exakt wie ein ES, nur mit einem Zehntel des Geldbetrags.
Margin ist im Prop-Konto nicht die Grenze
In einem Bewertungskonto hinterlegen Sie keine Börsenmargin. Was die Positionsgröße begrenzt, sind die Regeln des Programms: die maximale Verlustgrenze, ein eventuelles Tageslimit und die maximale Kontraktzahl. Bei Topstep darf ein 50K-Konto höchstens 5 Minis oder 50 Micros halten, beide werden im Verhältnis 10 zu 1 gezählt (Combine-Parameter). Bei FundedNext Futures sind es im 50K-Flex-Konto 3 E-minis oder 30 Micros, im Rapid Pro 4 oder 40, ebenfalls im Verhältnis 1 zu 10 (Flex, Rapid Pro).
Margin-Angaben aus Broker-Tabellen sagen deshalb wenig darüber, was Sie in einer Challenge handeln können. Entscheidend ist, wie viel Verlust ein einzelner Trade im Verhältnis zur Verlustgrenze auslöst.
Rechenbeispiel: Verlustgrenze in Kontrakte übersetzen
Ein Topstep-50K-Konto hat ein Maximum Loss Limit von 2.000 USD, das zum Tagesschluss nachzieht und in Echtzeit inklusive offener Verluste überwacht wird (Maximum Loss Limit). Angenommen, Sie riskieren höchstens 10 % davon pro Trade, also 200 USD, mit einem Stop von 6 Punkten im S&P 500:
- ES: 6 × 50 = 300 USD pro Kontrakt. Schon ein Kontrakt überschreitet das Budget. Mit ES passt nur ein Stop von höchstens 4 Punkten (4 × 50 = 200 USD).
- MES: 6 × 5 = 30 USD pro Kontrakt. 200 ÷ 30 = 6,67, also abgerundet 6 MES mit 180 USD Risiko.
Noch deutlicher wird es bei einer Verlustserie. Fünf Verluste mit 6 MES kosten 5 × 180 = 900 USD, also 45 % des Limits. Fünf Verluste mit einem ES und 6-Punkte-Stop kosten 5 × 300 = 1.500 USD, also 75 %. Micros erlauben Ihnen, den Stop an den Markt anzupassen statt an die Kontraktgröße, in Schritten von 5 statt 50 USD pro Punkt.
Gewinnziel, Konsistenz und Gebühren
Gleiches Exposure bringt gleichen Gewinn: 10 MES verdienen bei 20 Punkten genauso 1.000 USD wie ein ES. Micros machen das Profitziel also nicht leichter, sie machen die Verteilung planbarer. Topstep verlangt bei 50K ein Ziel von 3.000 USD, und der beste Tag muss unter 55 % davon bleiben, also unter 1.650 USD (Konsistenz).
Fiktives Beispiel: Mit 6 MES und 20 Punkten Tagesziel verdienen Sie 20 × 5 × 6 = 600 USD pro guten Tag. Fünf solcher Tage ergeben 3.000 USD, der beste Tag liegt bei 20 % des Ziels. Mit einem ES und 20 Punkten sind es 1.000 USD pro Tag, drei Tage reichen rechnerisch, der beste Tag liegt bei 33 %. Beides bleibt unter der 55-%-Grenze. Ein einzelner sehr guter ES-Tag mit 40 Punkten (2.000 USD) läge darüber und würde das Ziel auf 2.000 ÷ 0,55 = 3.636,36 USD anheben.
Bei den Gebühren kehrt sich der Vorteil um. Topstep berechnet pro Round Turn 3,78 USD für ES und 1,22 USD für MES (TopstepX-Gebühren). Für dasselbe Exposure wie ein ES zahlen Sie mit 10 MES also 12,20 USD statt 3,78 USD, gut das Dreifache. Gemessen an 200 USD Risiko mit 4-Punkte-Stop sind das 6,1 % gegenüber 1,9 % des Risikos. Bei 100 Trades im Monat in dieser Größe ergibt das 1.220 USD gegenüber 378 USD.
Anbieterregeln: Kontraktlimits, Nachrichten und Kurzzeittrades
Prüfen Sie vor jeder Strategieentscheidung die Produktliste und die Sonderregeln Ihres Programms. Topstep führt zum Beispiel MES, MNQ, M2K, MYM, MCL und MGC als handelbare Micros (Produkte). Rund um CPI, FOMC und Arbeitsmarktbericht gilt bei Topstep ein Zehn-Minuten-Fenster, in dem in den gelisteten Minis keine neuen Positionen eröffnet werden dürfen, während Micros begrenzt erlaubt sind, bei 50K bis zu drei Kontrakte (Risikoanpassungen). Wer Nachrichten handelt, ist dort also automatisch auf Micros beschränkt.
FundedNext Futures zieht Gewinne aus Kontrakten über dem Limit ab und beobachtet in der Challenge Trades, die nach weniger als zehn Sekunden geschlossen werden: Ab 30 % des Gewinns aus solchen Trades gibt es eine Warnung, ab 40 % wird der Fortschritt angehalten. Viele kleine, schnelle Micro-Trades können also eine eigene Regel berühren.
Automatisierung und gemischte Positionen
Eine automatisierte Strategie muss die Kontraktlimits einschließlich des Umrechnungsverhältnisses kennen. Beispiel für Topstep 50K: 2 ES plus 10 MES entsprechen 2 + 1 = 3 Mini-Einheiten und liegen unter dem Maximum von 5. Rechnen Sie Positionsgrößen immer abgerundet, wie oben 6 statt 6,67 MES, und prüfen Sie, dass der Code bei Teilausführungen nicht über das Limit geht.
Topstep erlaubt Automatisierung nur über die TopstepX-API, mit Orders vom persönlichen Gerät und nicht auf Live-Konten (API-Zugang); Details stehen in Topstep-Bots. FundedNext Futures erlaubt automatisierte Systeme in Challenge und FundedNext Account, unterstützt sie aber nicht und verbietet das Ausnutzen von Systemschwächen (automatisierte Systeme). Ein gemischter Ansatz, etwa ein E-mini als Kern und Micros zum stufenweisen Auf- und Abbauen, ist rechnerisch möglich, erhöht aber die Gebühren und die Zahl der Orders, die Ihre Software sauber verwalten muss.
Welche Variante zu Ihrem Plan passt
- Micros, wenn Stop in Punkten mal 50 USD (bei ES) über Ihrem Risikobudget pro Trade liegt, wenn Sie stufenweise ein- und aussteigen oder während Nachrichtenfenstern handeln.
- E-minis, wenn Ihr Stop eng genug ist, damit ein Kontrakt ins Budget passt, und Sie die niedrigeren Gebühren pro Exposure nutzen wollen.
- In jedem Fall den Tagesverlust, die Konsistenzgrenze und die maximale Kontraktzahl vor dem ersten Trade ausrechnen und schriftlich festhalten.
Wie Sie Programme insgesamt vergleichen, zeigt Futures Prop Firms vergleichen; den Einstieg erklärt Futures mit einer Prop Firm starten, und Gebühren ohne Doppelzählung behandelt Prop-Firm-Kommissionen.
Was JPTradingCapital dazu anbietet
Der JPTC EA Hub liefert MT4/MT5-Software und Setfiles, die Sie in Ihrer eigenen MetaTrader-Umgebung betreiben. Futures-Programme wie Topstep oder FundedNext Futures nutzen andere Plattformen, daher ist der EA Hub keine Integration für diese Konten und von keinem der Anbieter freigegeben. Der JPTC Algo wird von JPTC auf eigener Infrastruktur gehostet und mit Ihrem eigenen MT4/MT5-Brokerkonto verbunden; Sie installieren nichts und brauchen keinen VPS. Für Prop-Firm-Bewertungen wird er nicht angeboten.
Sind Micro-Kontrakte weniger riskant als E-minis?
Wie viele MES entsprechen einem ES?
Warum kosten Micros mehr Gebühren?
Kann ich in der Challenge Micros und Minis mischen?
Darf ich bei Topstep Micros während Nachrichten handeln?
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